Sifu Wolfgang Haug

Der Beginn einer Leidenschaft

Sifu Wolfgang Haug interessierte sich seit frühester Kindheit für die asiatischen Kampfkünste. Besonders faszinierten ihn Kämpfer mit schnellen, spektakulären Beintechniken, die er aufgrund der Tatsache, dass sein Vater den Kampfkünsten äußerst kritisch gegenüberstand und ihm entsprechendes Training verbot, heimlich mit Freunden übte. Als er 1985 einen Ju Jutsu Schüler, angeblich 1. Dan, kennenlernte, trainierte er mit diesem weiter heimlich Ju Jutsu Techniken. Durch Zufall wurde Sifu Wolfgang Zeuge einer Auseinandersetzung dieses Ju Jutsu Mannes mit einem Kneipenschläger, die deutlich zu Gunsten des Kneipenschlägers ausging. Enttäuscht schloss er daraus für sich, dass er mit dem falschen Mann trainierte und suchte sich einen neuen „Lehrer“. In einem Boxer mit Ju Jutsu Kenntnissen wurde er schließlich fündig und besuchte mit diesem heimlich sogar eine Ju Jutsu Schule in der weiteren Umgebung um das Training vor seinem Vater verheimlichen zu können. Nach einer Weile verlor er seinen „Lehrer“, welcher nur noch sporadisch trainierte, aus den Augen und verlies, da er in der Schule keinen adäquaten Ersatz finden konnte, diese 1988 wieder. Im selben Jahr sah er bei einem Freund eine Wing Tsun Zeitschrift und begann sich für diese Kampfkunst zu interessieren. Dessen Bruder praktizierte Wing Tsun und hatte bereits den 8.SG. Dieser demonstrierte bei einem Straßenfest eindrucksvoll die Effizienz des Wing Tsun, indem er einen weitaus größeren und schwereren Mann, welcher auf dem Fest randalierte, scheinbar völlig mühelos und unspektakulär überwältigte. Für Sifu Wolfgang war klar – diese Kampfkunst musste er erlernen! Da er für den Besuch einer Wing Tsun Schule auf die Unterstützung seiner Mutter angewiesen war, folgte sehr mühevolle Überzeugungsarbeit bei seinem Vater, der diesem Vorhaben zustimmen musste. Nach Langem hin und her und scheinbar endlosen Diskussionen hatte Sifu Wolfgang es geschafft. Er durfte „offiziell“ Wing Tsun trainieren!

Lebensinhalt

Fortan drehte sich sein ganzes Leben um Wing Tsun. Er trainierte wie ein Besessener, nahm alle möglichen Strapazen auf sich um Lehrgänge, unter anderem im Ausland, zu besuchen und wurde dafür 1993 mit der Prüfung zum 1. LG belohnt. Nun konnte er selbst unterrichten, seine gesammelten

Erfahrungen und Einsichten an Andere weitergeben. Für seinen damaligen Lehrer baute er  innerhalb von 2 Jahren 2 Schulen an verschiedenen Orten auf und unterrichtete dort jede freie Minute seine Schüler. Sein Traum von der ersten „eigenen“ Schule ging für Sifu Wolfgang endlich 1997 in Erfüllung. Im selben Jahr zog er mit seiner Schule nach Stuttgart um und machte seine Prüfung zum 2. LG. Im Jahre 2004 bekam er seinen Sifu Titel verliehen und legte außerdem die Prüfung zum 3. LG ab. Seit 2007 unterrichtet Sifu Wolfgang Haug Wing Tsun hauptberuflich, seit 2008 in seiner neuen Kampfkunstakademie in Stuttgart, welche keine Wünsche offen lässt und in deren Ausstattung er sichtlich alle gesammelten Erfahrungen einfließen lies. Im Jahr 2010 bekam Sifu Wolfgang Haug dann verdientermaßen seinen Meistertitel im Wing Tsun verliehen.

Lebenseinstellung

Wenn man sich mit Sifu Wolfgang Haug unterhält, merkt man schnell, dass er nicht „irgendein Kampfkunstausbilder“ ist, sondern dass Wing Tsun seine Passion ist, hinter der er mit allen Konsequenzen steht und die er lebt. Wing Tsun war ursprünglich ein familiäres System, was alleine durch die Titel auffällt. In Familienverbänden ist man füreinander da, fördert einander und damit die Gemeinschaft. Dies ist genau der Anspruch, den Sifu Wolfgang Haug an sich und seine Schüler stellt. Als er mit Wing Tsun begonnen hat, war diese Kampfkunst gerade „im Kommen“. In den Schulen halfen sich die Schüler gegenseitig um zu Lehrgängen zu gelangen, sie unterstützen selbstverständlich ihre Lehrer und waren dabei stolz „etwas für Ihren Sifu“ tun zu dürfen. Dabei profitierten sie von der Gemeinschaft, die sie sich selbst geschaffen haben. Wenn man Probleme oder private Schwierigkeiten hatte, waren die „Wing Tsun Geschwister“ auch außerhalb des Trainings für einen da. Sifu Wolfgang war damals Teil einer solchen „Familie“ und hat die Vorteile dieser Gemeinschaft erfahren. Nach eigener Aussage hat die Wing Tsun Gemeinschaft ihn vor manchem Übel bewahrt und ihm in kritischen Phasen seines Lebens den Halt gegeben den er brauchte.

Die Zeiten haben sich geändert. Wing Tsun wurde zwischenzeitlich kommerzialisiert, viel mehr als die Titel sind von der Familie nicht geblieben, im Training wird Wert auf Respekt vor dem Sifu und höher Graduierten gelegt, ab und zu die Geschichte des Familiensystems erzählt und die Sache ist gegessen.

Nicht so bei Sifu Wolfgang. Neben der qualifizierten Vermittlung des Systems Wing Tsun, sieht es Sifu Wolfgang als seine Aufgabe, den Schülern ein Gemeinschaftsgefühl zu vermitteln. Er legt größten Wert darauf, dass seine Schüler verinnerlichen, Teil einer „Familie“ zu sein, die auch außerhalb des Trainings ihren Nutzen für sie hat. Mit unermüdlichem Einsatz fördert er seine Schüler wo er nur kann und hat immer ein offenes Ohr für Probleme aller Art. Er versucht seinen Schülern die Botschaft zu vermitteln, dass Wing Tsun mehr sein kann als eine Kampfkunst – Wing Tsun kann Rückhalt, Richtlinie und Konstante im Leben eines Jeden sein. Die Schüler die diese Botschaft verstanden haben nehmen gerne jede Möglichkeit wahr mir ihren „Geschwistern“ gemeinsam Wochenend-Lehrgänge und sonstige Freizeitbeschäftigungen zu organisieren um durch solche Veranstaltungen ihre eigene Lebensqualität zu erhöhen.

Anspruch

Sifu Wolfgang hat nicht nur hohe Ansprüche an seine Schüler, noch höhere Ansprüche hat er an sich selbst und seine Fähigkeiten als Lehrer. Er arbeitet stets an der Verfeinerung seiner Lehrmethoden um die ohnehin schon hohen Standards des WTES noch zu verbessern. Darüberhinaus macht er sich unablässig Gedanken darüber, wie er den vielen unterschiedlichen Schülern auf die für jeden Einzelnen am besten verständliche Art und Weise, die Techniken und das Verständnis, sowie die konsequente Umsetzung der 4 Prinzipien des Wing Tsun vermitteln kann. Sifu Wolfgang Haug trägt auf außergewöhnliche Art und Weise dem Umstand Rechnung, dass Menschen verschiedene Strategien haben, Informationen zu verarbeiten und umzusetzen und hat erkannt, dass er durch professionelles Lehren seine eigenen Fähigkeiten im Wing Tsun nachhaltig verbessert. Seinen Ansprüchen gerecht zu werden, empfindet er als spannende Herausforderung, der er sich mit überdurchschnittlichem Engagement, Humor und viel Geduld stellt. Darüberhinaus sieht er es als seine Aufgabe an, den Schülern Werte wie Anstand und Respekt zu vermitteln. Er lebt ihnen vor, dass es möglich ist seinen Idealen zu folgen und dennoch erfolgreich zu sein. Bei all seinem Handeln steht Ehrlichkeit stets im Vordergrund. Seine Schüler können sich darauf verlassen, dass Sifu Wolfgang bei Ihnen keine falschen Hoffnungen weckt und Ihr Potential realistisch einschätzt.

Der Kampf

Neben der Lebenseinstellung die das System Wing Tsun bietet, ist es jedoch in erster Linie kompromisslose Kampfkunst. Dies ist letztendlich auch der Grund weshalb Sifu Wolfgang und viele Andere mit dem Training von Wing Tsun begonnen haben. Wing Tsun hat Sifu Wolfgang in der Jugend wegen seiner Effizienz und Funktionalität beeindruckt. Sifu Wolfgang ist überzeugt, dass die Vermeidung von Auseinandersetzungen oberstes Gebot zum Selbstschutz und Schutz der Anderen ist. Falls jedoch alle Mittel zur Deeskalation versagen und keine Wahlmöglichkeiten bleiben, ist sein Anspruch an das „Werkzeug“ Wing Tsun, dass mit ihm jeglicher Konflikt schnell, mit größtmöglichem Selbstschutz und nachhaltig beendet werden kann.

Das WTES stellt dieses Werkzeug in idealer Weise zur Verfügung, jedoch muss man um einen Nutzen daraus zu haben, wie Sifu Wolfgang, damit umgehen können. Das lernt man jedoch nur durch regelmäßiges Training – um es mit den Worten des Dalai Lama zu sagen:

„Wenn wir uns über lange Zeit hinweg Mühe geben, ist der Erfolg letztlich unausweichlich“